Online-Marketing ist ein so großes Feld, dass sogar erfahrene Werbetreibende den Überblick verlieren können. Vor allem auch deshalb, weil es ein schnelllebiges Geschäft ist, und man einen großen Teil seiner Marketing-Zeit dafür aufwenden muss, „Ohr an Masse“ zu haben, also sich mit den neuesten Trends, Modeerscheinungen, Lösungen und Strategien zu befassen. Und da sich in den sozialen Netzen hunderte, wenn nicht gar tausende von Beratern herumtreiben, kann man leicht den Eindruck gewinnen, nie genug zu wissen. Aber genau dann ist es wichtig, sich zu erinnern, dass Wissen allein nur die halbe Miete ist. Die ganze Miete entsteht erst dann, wenn dieses Wissen umgesetzt wird.

Größere KMU können sich leichter eine eigene Marketing-Abteilung leisten, deren Aufgabe es dann auch ist, up to date zu sein, also den Markt permanent zu beobachten. Kleine Unternehmen, oder gar eine One-Man-Show muss aber seine Zeit einteilen in Strategie (am Unternehmen arbeiten), Contents (am und im Unternehmen arbeiten) und dem Tagesgeschäft (im Unternehmen arbeiten). Auch wenn es dem größeren der KMU aus dem Blick geraten ist, der Kleinstunternehmer hat eben auch Aufgaben, wie Briefmarken kaufen, Buchhaltung, den kaputten Drucker zur Reparatur bringen, Tagespost lesen, Seminare und Coachings durchführen, reisen, und alle diese schönen Dinge. Alles nichts, das mit Marketing-Strategie und „am Unternehmen arbeiten“ zu tun hat. Aber etwas, das Zeit frisst. Allzu leicht kommt bei kleinen Unternehmen die Nach-vorne-Strategie zu kurz. Das wiederum führt dazu, dass es oft keine Strategie, sondern nur Taktik gibt. Und Taktik hat noch nie dazu geführt, die große Schlacht zu gewinnen.
Ich will im Folgenden den Kleinunternehmer betrachten. Die Führungskraft in einem mittleren oder großen Unternehmen kann die Ergebnisse diese Betrachtungen auf sich persönlich anwenden. Nach meiner Erfahrung als Unternehmensberater, gibt es nämlich in größeren Unternehmen genug Menschen, die schlecht delegieren können, die glauben alles selbst mache zu müssen, die niemandem richtig vertrauen, die sich aufspielen wie der Herrscher aller Reussen, die kein gutes Team um sich herum vertragen (könnte doch die eigene Unzulänglichkeit allzu deutlich werden).

Irgendwann kommen alle diese Groß- und Klein-Führungskräfte (nicht abwertend gemeint) an den Punkt, den marketing-Job entweder nicht mehr allein zu schaffen oder eben schlechte Ergebnisse zu erzielen (was oft der Fall ist). Sie kommen an den Punkt, wo Sie einen Berater brauchen. Und genau da beginnt der Irrsinn von Neuem.
Wenn Sie sich lange genug in den sozialen Netzen mit Online-Marketing befassen, können Sie leicht den Eindruck gewinnen, dass es nur zwei Gruppen zu diesem Thema gibt. Einmal diejenigen, die sich in semiprofessionellem Basteln ergehen und die großen Gurus, von denen jeder alles besser weiß als sein Kollege. Als Suchender verlieren Sie spätestens nach ein paar Monaten den Überblick und wissen nicht mehr, wem Sie zuhören sollen. Es ist kein Fehler, an vielen WEBinaren teilzunehmen und ein gutes Portfolio an Wissen zu erarbeiten. Wenn Sie aber, angestachelt von Ihrer Erfolgs-Ungeduld, den Eindruck gewinnen, dass Ihnen langsam der Schädel vor Wissen platzt und Sie keine Zeit mehr haben, das Wissen anzuwenden und umzusetzen, dann sollten alle Ihre Alarmglocken läuten. Und Sie sollten zuhören. Das ist genau die Situation, wo sich Lernen und Wissen gegen Sie und Ihren Erfolg wenden. Die einzige Methode, im Marketing Erfolge zu erzielen, ist das Tun. Und zwar das koordinierte und zielgerichtete Tun. Da gelingt aber nur, wenn Sie einen Überblick darüber haben, was relevant ist und was nicht; was zu Ihnen passt und was nicht; was Sie schon wissen, aber noch nie umgesetzt haben; und wann es reicht, neues Wissen zu tanken.
Ich kann mich gut an zwei Situationen erinnern: Einmal den Tag als ich mein Abiturzeugnis in der Hand hielt und ganz sicher war „Jetzt ist dieses blöde Lernen endlich zu Ende. Jetzt beginnt das Leben“. Und das wiederholte sich al sich mein Diplomzeugnis in der Hand hielt. Das war zwar nicht so, aber das muss ihr Ziel sein. Sie müssen entscheiden können, dass jetzt das Ende des Lernens da ist (ist es nie). Und dass jetzt das echte leben (umsetzen und Resultate erzielen) beginnt. Unendliches Lernen ist Schattenboxen und wird liebend gerne von Menschen betrieben, die Angst davor haben, sich die Hände mit echtem (Marketing-)Leben schmutzig zu machen.
Und wenn Sie das Gefühl haben, selbst nicht wohl organisiert zu sein oder den Überblick zu verlieren, brauchen Sie einen Berater. Und da beginnen die Probleme erst richtig.

Wer von den tausenden Beratern ist der richtige für mich?
• Wie kann ich arme Kirchenmaus mir einen Berater leisten?
• Wie kann ich beurteilen, was richtig oder falsch ist?
• Wer von den Beratern garantiert mir Erfolg?

Bevor wir das genauer anschauen, möchte ich noch vor einer grassierenden Seuche warnen. Die meisten kleinen Marketing-Suchenden haben nach dem ersten WEBinar nichts Besseres zu tun als sofort ihr eignes WEBinar zu konstruieren, und die ersten Krümel lückenhaften Wissens über den anderen auszukippen. Das ist aber nicht Ihr Job. Ihr Job ist es, zu lernen, das Wissen an Ihr Business zu adaptieren und für sich ganz allein beste Resultate zu erzielen. Glauben Sie mir, ich weiß genau, wovon ich rede. Ich kam auch noch aus dem Bildungswesen, war also auch noch mit Bildungs-Methodik ausgerüstet (oder verseucht). Ich hatte lange Zeit nichts Besseres zu tun, als Halbwissen weiterzugeben. Natürlich hat man mit Halbwissen mehr Wissen als Nullwissen. Und natürlich ist Halbwissen für die Nullwissenden wertvoller als gar kein Wissen. Aber Halbwissen wird nie zum Resultat führen, nur zur Wissensvermittlung. Lassen Sie´s also bleiben, bis Sie Ihr Marketing zum Millionär gemacht hat.
Wie wählen Sie also den richtigen Berater aus? Ich will Ihnen erzählen, wie ich es gemacht habe (und auch, welche Fehler ich gemacht habe, die Sie ab sofort vermeiden können.

  • Legen Sie eine feste Zeitscheibe (Tag, Uhrzeit, Dauer) pro Woche fest, in der Sie an WEBinaren teilnehmen und neues Wissen tanken.
  • Überschreiten Sie diese Zeitscheibe nie, auch wenn die Angebote noch so verlockend sind.
  • Vermeiden Sie Selbsthilfegruppen, die sich als WEBinar verkleiden, und wo sich Menschen Ihres eigenen Wissenslevels aufhalten. Das können Sie leicht herausfinden, indem Sie sich an den Chats der zugehörigen Gruppen beteiligen.
  • Seien Sie aufmerksam, ob ein WEBinar-Leiter behauptet oder beweist. Bewiese müssen für Sie nachvollziehbar und messbar sein.
  • Beurteilen Sie, ob die Dimension dessen was Sie gerade hören, zu Ihrem Business passt. Ihnen hilft keine Strategie, die für ein Groß-Unternehmen ausgelegt ist und für die Sie weder der personellen Ressourcen noch das Geld haben. Wenn ein Angebot €1.400 kostet du Sie haben kaum €200 auf dem Konto, dann lassen Sie´s und vereinbaren auch keine Ratenzahlung.
  • Beurteilen Sie, ob Ihnen der beratende Mensch sympathisch ist und ob Sie langfristig mit ihn auskommen können.
  • Klären Sie, ob Sie den Berater auch persönlich ansprechen und Antwort erwarten können. Ein Halligalli-Guru, der sich nur selbst gut findet (gibt´s genug), wird Ihnen auf Dauer bei Ihren Detail-Fragen nicht helfen.
  • Schauen Sie sich die Akademie-Angebote der Berater daraufhin an, ob Sie Herr/in Ihrer Zeit bleiben werden. Ein fremd-getaktetes Coaching-Angebot hilft Ihnen gar nichts, wenn Sie es im Hirn nicht mehr unterbringen und unter den Druck fremdbestimmter Zeit Wissen aufgenommen und umgesetzt werden soll. Für mich ist die grassierende Seuche der Social-Media-Challenges eine Pest, da sie sich nie in meinen Zeitplan integrieren und sie häufig als Selbsthilfe-Bastelgruppen daher kommen.
  • Und der wichtigste Punkt für mich war der Moment, an dem ich entschieden habe, keinem anderen Berater mehr zuzuhören als genau diesem einen. Ich war mit ganz sicher, dass es noch genügend andere geben wird, die auch gut sind. Aber wenn sie sich dauernd nur widersprechen, war das für mich kein Impuls zum Erfolg. Ich habe irgendwann entschieden, solange alle anderen Angebote weg zu klicken, bis genau diese eine Methode ausreichend Geld abgeworfen haben würde. Und seit dieser Zeit ging es voran und ich hatte auch wieder Zeit, in der Küche zu stehen und Spätzla zu schaben.
  • Und „last but not least“, schauen Sie sich alle Impulse Ihres Beraters und alle Ihre daraus abgeleiteten Aktivitäten daraufhin an, ob sie zu Ihrer Strategie und den von Ihnen gewünschten Resultaten passen werden.

Das Ganze wirkt vielleicht wie ein bisschen unstrukturiert. Glauben Sie mir, ich bin einer der strukturiertesten und wohl organisiertesten Menschen, die es gibt. Und für mich war es irgendwann einmal wichtig geworden, meine Strategien nicht nur in Excel-Tabellen zu dokumentieren, sondern auch ein Bauchgefühl dafür zu haben, was richtig oder falsch ist. Und auch welcher Berater der richtige oder falsche ist.

Leicht geht das Ganze dann, wenn Sie ein dokumentierte Marketing-Strategie haben und jeden Berater und jeden Impuls fragen können „Passt Du hier irgendwo rein?“ und „Wo passt du rein?“. Wenn Sie sich vor aufgestellt haben, können Sie leicht Berater und WEBinare entscheiden, nämlich als Detail-Lösung für genau diese Aufgabe.

Schauen wir uns noch an, was ein kleiner Unternehmer tun kann, der nicht ausreichend Geld hat, sich teure Berater oder Coaching-Angebote zu leisten. Ich kann mich selbst gut an die Zeit erinnern, wo ich sagen musste „Das bräuchte ich jetzt, aber es geht nicht“. Das Ergebnis war meistens, dass ich selbst versucht habe zu basteln, und im Grunde genommen, nie Erfolg damit hatte. Das Ziel muss sein, soviel zu erwirtschaften, dass Sie sich die gewünschte Leistung locker leisten können. Allerdings besteht auch die Gefahr, Geld auszugeben, obwohl es wirtschaftlichere Wege geben könnte. Welche Wege sind das?

• Bücher: …sind um Klassen billiger als jedes Seminar. Wenn bei Amazon viele hundert positive Rezensionen eingestellt sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Inhalt brauchbar ist. Ich würde nie ein Buch kaufen, das ohne „see inside“-Funktion daherkommt. Und dann auch nur dann, wenn das Inhaltsverzeichnis repräsentativ ist und die ganze Story erzählt.
Bücher haben außerdem den Vorteil, dass sie keinen Übergriff auf Ihre Zeit veranstalten. Sie können damit arbeiten, was es passt. Allerdings habe sie auch den Nachteil, nicht zu mahnen, wenn sie in der Ecke liegen bleiben.

  • Aufzeichnungen von WEBinaren. Viele WEBinare liefern den Stoff sehr schnell; oft zu schnell um komplett verstanden zu werden. Gute WEBinar-Anbieter bieten im Nachgang auch eine Aufzeichnung an. Und die hat den Vorteil, ebenfalls in Ihre Timeline zu passen. Die WEBinar-Anbieter tun das nicht aus Nächstleibe, sondern weil am Ende eines Verkaufs-WEBinars eben das Kaufangebot steht. Macht nichts, der Weg von WEBinar-Beginn bis kurz vor dem Kaufangebot ist oft gespickt von wertvoller Information.
  • Die Screenshot-Funktion Ihres PC … bietet Ihnen die Möglichkeit, jeden Schritt der Wissensvermittlung zum späteren Review zu dokumentieren. Sie ist also die technische Lösung der Transfersicherung. Ich habe mir angewöhnt, jede Folie eines WEBinars selbst aufzuzeichnen und so der späteren Nutzung zugänglich zu machen. Ein Screenshot bedeutet einen Tastendruck und das Abspeichern unter einem kurzen und schnell aktualisierbaren Namen (Folie001.jpg, Folie002.jpg, Folie003.jpg, …). Es muss immer nur eine Ziffer angepasst werden; Sie werden also nicht vom WEBinar abgelenkt.
  • Kostenlose Give-Aways: Oft die sind die Inhalte der kostenlosen Appetizer von Berater-Angeboten schon so attraktiv, dass es sich lohnt, die richtigen zu sammeln, und vor dem ersten Geld ausgeben erst einmal alles das umzusetzen, was man gratis angeboten bekommt. Natürlich sind das Angebote um Appetit auf das Kaufangebot zu machen. Wenn Sie es sich aber nicht leisten können, entscheiden Sie eben diese Wissens-Diät.
  • Online-Brain-Trusts: Darüber werden wir in einemanderen Kapitel noch genauer sprechen. Es geht darum, dass sich 4-5 gleichgesinnte Unternehmer regelmäßig online treffen und gemeinsam an den eigenen Themen arbeiten. Das kann man nicht mit jedem machen. Wenn sicher aber richtigen 4-5 Menschen getroffen haben, ist diese Maßnahme erstens kostenlos und zweitens kann man sicher sein, auf einer Augenhöhe zu arbeiten. Wenn jeder darauf fokussiert ist, Resultate für sich und die anderen zu erzielen, ist das eine hochwirksame und wirtschaftliche Methode. Im Social-Media-Deutsch heißt das „Master-Mind-Group“. Allerdings sind dort meistens mehr als vier Personen zugange, was die Effektivität und die Resultat-Wahrscheinlichkeit mindert.
  • Share-Deals: Wenn Sie sich keinen starken Berater leisten können, und außerdem noch den Verdacht haben, sowieso weder genügend Zeit für die Umsetzung zu haben oder zu wenig Resultat-Qualität liefern zu können, können Sie sich einen Berater suchen, der bereit ist, gegen gute Anteile aus Erträgen in Ihrem Sinne zu arbeiten. Das hat für Sie einmal den Vorteil, dass Sie nicht in Vorleistung gehen müssen, aber vor allem bedeutet es auch, dass der Berater beweisen muss, dass seine Lösungen funktionieren. Er ist ja am Ertrag interessiert. Die wenigsten Berater tun das (vor allem nicht die laufen Halligallis). Aber es gibt sie. Wir arbeiten mit drei Unternehmen auf diese Weise zusammen. Die zu finden ist eine rein vertriebliche Aufgabe mit der zugehörigen Quote. Sie müssen eben mit zwanzig Unternehmen telefonieren, um eines zu finden. Und eine Quote von 5% ist so schlecht nicht. Der Hauptaspekt dabei ist, dass Sie kein Wissen einkaufen, sondern Resultate. Ich würde heute keinen anderen Weg mehr gehen. Bei uns funktioniert er bestens.
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