Schneeballsystem

Was ist ein Schneeballsystem?

Die Network-Welt ist verseucht von Menschen, die glauben zu wissen, was ein Schneeballsystem ist. Ohne zuzuhören, bezeichnen sie so alles, was irgendwie mit Strukturvertrieb zu tun hat. Dabei gibt es klare Unterschiede zwischen einem illegalen Schneeballsystem und einem seriösen Empfehlungs-Marketing. Damit Sie diesen Einwand sicher parieren können, hier der Hauptaspekt.
Dieses Schubladendenken hat leider zwei Quellen, aus denen es gespeist wird. Einmal werden seriöse Empfehlungssysteme von den Unternehmen nie gut genug trainiert. Deshalb kennen neue Sponsoren keine Argumente. Und zweitens werden in der Presse illegale Schneeballsysteme laut breitgetreten und, zu Recht, angeprangert. Da es aber in der Tat Gemeinsamkeiten gibt, ist es für einfache Hirne leichter, sich darauf zu beschränken, anstatt die realen Unterschiede darzustellen.

Was sind die Gemeinsamkeiten?

Schneeballsystem Gemeinsamkeiten

In beiden Systemen werden hierarchische Strukturen aufgebaut (deshalb ist der Begriff „Network-Marketing“ irreführend). Sie beginnen; Sie bauen sich eine 1st-Line auf; die wiederum baut sich ihre 1st-Line, also Ihre 2nd-Line auf; und die wiederum eine neue 1st-Line, also Ihre 3rd-Line; und so weiter. Das geht beliebig tief, und wird leider oft als Argument für schnellen Reichtum missbraucht. Soweit erscheint auch ein Schneeballsystem noch unverdächtig; bzw. ein legales Empfehlungssystem einem illegalen System ähnlich. Und das ist genau das, was Besserwissende im Kopf haben, wenn sie Sie mit „Schneeballsystem“ konfrontieren.

Aber es muss doch Unterschiede geben?
Schauen wir uns zuerst ein legales Empfehlungs-Marketing mit einer hierarchischen Struktur an. Anhand der Struktur kann man den Unterschied nicht erkennen. Wir müssen den Geldfluss betrachten.

Schneeballsystem Geldfluss

Bei einem legalen Empfehlungssystem werden echte Waren bewegt, echte Produkt-Umsätze gemacht, und ausschließlich darauf vom real existierenden Produkt-Lieferanten Vermittlungs-Provisionen bezahlt. Es ist ein normales Handelssystem. Sie kaufen Waren für den eigenen Bedarf (nie als Garagenware für dubiose Qualifikationen). Sie bezahlen die gekauften Waren, eventuell mit einem Einkaufsrabatt, weil Sie Stammkunde sind. Der Produkt-Lieferant zahlt Ihnen verlässlich und regelmäßig die Ihnen zustehenden Provision. Und da Ihre Upline Sie als konsumierenden Kunden gewonnen hat, zahlt der Lieferant auch dieser Upline die ihr zustehende Provision. In einem gut aufgebauten System werden Sie aus Ihrem Produkteinkauf immer die größte Provision bekommen; Ihre Upline eine entsprechend kleinere und die darüber liegende Ebene nochmal weniger. Der Lieferant schüttet immer ein festes Budget an die gesamte provisionsberechtigte Hierarchie aus. Der das Geschäft auslösende Partner/Kunde bekommt zu Recht am meisten. Das hängt natürlich auch in legalen Systemen vom konkreten Bonusplan ab. Ich empfehle dringend, kein Network zu starten, bevor Sie diesen Geldfluss nicht im Detail verstanden haben.

Woran liegt es dann aber, dass „die dort oben“ so oft riesige Einkünfte haben? Auch das ist einfach zu erklären. Gehen wir davon aus, sie seien in der 3rd-Line-Ebene angesiedelt. Sie kaufen Produkte im Wert von €100,00. Da Sie sich schon in einer hohen Bonus-Position befinden, bekommen Sie 20% Provision, also €20,00. Die Ebene darüber (2nd-Line) wird dann z.B. nur noch 10% bekommen, also €10,00. Weniger als Sie. Da dieser Partner aber nicht nur Sie als Kunde hat, sondern z.B. 19 weitere, bekommt er also 20 x €10,00 = € 200,00. Deutlich mehr als Sie. Das ist der Lohn für die fleißige Arbeit, 20 Kunden gewonnen zu haben. In einem legalen Empfehlungssystem haben Sie immer auch die Chance, ebenfalls auf so ein Einkommen zu kommen, wenn Sie ebenfalls 20 Partner aufbauen. Wenn Ihr Upline bei Sinnen ist, wird er natürlich nicht aufhören. Die Chance, ihn mengenmäßig zu überholen ist gering, aber es gibt solche Fälle in realen Leben oft. Ein legales Empfehlungssystem zeichnet sich also immer dadurch aus, dass reale Leistung bezahlt werden. Und das verbietet das Bezahlen von Kopfprämien beim Einstieg.

Anders sieht das jedoch bei einem illegalen Schneeballsystem aus.

Empfehlungs-System Geldfluss

Hier werden eben keine realen Waren bewegt und daher auch keine realen Umsatz-Provisionen bezahlt, sondern „der Kleine dort unten“ zahlt direkt seine Einstiegsgebühr an die nächste Ebene über ihm. Die behält den größeren Teil des Geldes (und wird genau damit geködert) und liefert den kleineren Teil an die Ebene drüber ab. Das machen alle, was dazu führt, dass „ganz oben“ riesige Summen zusammenfließen. Oft genug werden die irgendwohin ins steuerbegünstigte Ausland ohne Auslieferungsabkommen verschoben. Und wenn genug zusammen gekommen ist, bricht das System zusammen und „die dort oben“ sind mit dem Geld weg. Da „die dort oben“ den Hals nie voll genug bekommen können, müssen immer neue Ebenen an Ameisen aufgebaut werden. Irgendwann ist natürlich das Potential erschöpft und es sind keine Ameisen mehr zu finden. Nicht nur einmal ist so etwas auch in einem vermeintlich seriösen Land, wie Deutschland, passiert.

Bei einem illegalen Schneeballsystem fließt also nie Geld für Waren, sondern es handelt sich immer um dubiose Gebühren für irreale Leistungen, wertlose Schulungsunterlagen und überteuertes Werbematerial. Und genau das kann sich jeder, der geworben werden soll, genau anschauen und die Frage beantworten: „Bekomme ich für mein Geld reale Produkte oder Leistungen die ich wirklich will?“.

Und warum bricht dann ein funktionierendes Empfehlungssystem aus sich heraus nicht zusammen?
Weil dort Verbrauchsprodukte (z.B. Nahrungsergänzung, Beauty, etc.) oder nützliche Wiederkehrende Leistungen (digitale Abonnements) eingekauft werden. Wenn ein System wirklich ethisch einwandfrei ist, kann jeder Partner auch jederzeit kündigen oder das Kaufen einstellen, wenn er die Leistung nicht mehr möchte, und zwar im Idealfall ohne jeglichen Nachteil.

Das können Sie jedem, der Ihnen etwas vom Schneeballsystem erzählt mit einem Zettel und Stift erklären.
©1990+ Hans Janotta

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